3 Zahlenspiele zu E-Voting
Jakob am 20. Mai 2009 um 15:26Nachdem E-Voting schon den dritten Tag läuft, ist jetzt eine gute Gelegenheit, sich einige Zahlen vor Augen zu führen:
- In Österreich gibt es rund 272.000 StudentInnen, von denen insgesamt rund 30% wählen gehen werden (In den letzten Jahren lag die Wahlbeteiligung immer bei ca. 30%), macht ca. 81.000. Bis Mittwoch Mittag hatten rund 1500 StudentInnen ihre Stimme abgegeben. Wenn wir großzügig geschätzt davon ausgehen, dass sich diese Zahl bis zum Schluss noch verdoppeln wird, sind das 3.000 Stimmen per E-Voting.
Das heißt: 3,7% aller abgegebeben Stimmen wurden per E-Voting abgegeben. - Bis zum 4. Mai 2009 wurden vom Ministerium ca. 370.000 Euro für E-Voting ausgegeben. Nehmen wir an, dass das die tatsächlichen endgültigen Kosten sind (was nicht der Fall sein wird). Dann hätte das Ministerium 123 Euro pro Person, die E-Voting nutzt, ausgegeben.
Zur Klarstellung: Geld zur Bewerbung von Wahlen auszugeben, ist begrüßenswert und sinnvoll (Gerade in Anbetracht der Wahlbeteiligung). Aber das Verhältnis zwischen finanziellem Aufwand und Zuspruch zeigt, dass Minister Hahn E-Voting um jeden Preis gegen den allgemeinen Willen der StudentInnen durchführt. - E-Voting ist von 18. Mai, 8.00 Uhr, bis 22. Mai, 18.00 Uhr möglich, also 114 Stunden lang. Es wählen also durchschnittlich gut 26 StudentInnen pro Stunde.
Die Papierwahl hat unterschiedliche Wahlzeiten, die meisten Unis haben aber zumindest 22 Stunden gesamt offen. Macht 3545 StudentInnen pro Stunde. Auch dadurch ist deutlich zu sehen, wie “erfolgreich” das Projekt E-Voting ist.
Hat jetzt noch irgend jemand das Bedürfnis, E-Voting - ganz abgesehen von den grundlegenden Kritikpunkten und Durchführungsfehlern wie mangelhaften Stimmzetteln - E-Voting als Erfolg zu bezeichnen?

am 21. Mai 2009 um 17:21 Uhr.
“Es wählen also durchschnittlich gut 26 StudentInnen pro Stunde”, wer sagt das? Bitte Quellenangaben nicht vergessen (ach ja: “Internet” kann man nicht als Quelle werten, kann man ja gleich Universum angeben?!)
am 21. Mai 2009 um 19:41 Uhr.
Ergibt sich, wenn mensch die Anzahl der Personen, die geschätzterweise e-voten werden (3000, siehe punkt 1) durch die Anzahl der Stunden, in denen per Internet gewählt werden kann (114, siehe Punkt 3) dividiert. Ist, wie geschrieben, ein Durchschnittswert.
Habe ich aber eigentlich schon unter Punkt 3 beschrieben.