Über Jakob Scholz

Ich studiere Theater-, Film- und Medienwissenschaft. Mein Studium wird allerdings häufig von der Haupt- zur Nebenbeschäftigung, je nachdem, was sonst noch für Dinge und Projekte anstehen. Vor allem im Theater- und Improvisationstheaterbereich bin ich recht umtriebig - die Theorie alleine kanns einfach nicht sein.

Endspurt

Jakob am 24. Mai 2007 um 06:17

Heute ist der letzte Tag der Wahl.

Heute heißt es einmal noch beisitzen, einmal noch Leute fragen, ob sie schon wählen waren, einmal noch auszählen und dann völlig fertig mit den Nerven auf die Ergebnisse warten. Ich bin gespannt.

PS: Montag haben wir vor der Hütte unsere Haare rot gefärbt - Rote Köpfe braucht die Uni! Deswegen ein paar Fotos von der Aktion. Und falls jemand Lust hat: Wir färben heute auch noch Haare - kostenlos.

Gruppenbild blondiert Ein kesser roter Iro Von Blond zu Rot

Ein Versuch ohne Zeigefinger

Jakob am 22. April 2007 um 20:45

So, jetzt ist es passiert. Thomas hat das Wahl-Thema angeschnitten, und ich kann da nicht still sein dazu. Dabei hatte ich schon befürchtet, wir haben alle so viel zu tun, dass wir gar nicht zum Berichten kommen, weil wir so mit dem Tun beschäftigt sind. Man kann trefflich darüber mutmaßen, wieso die Wahlbeteiligung so niedrig ist, und wird vermutlich nie auf ein empirisch belegbares Ergebnis kommen. Ein beliebtes Argument ist “Was kann die ÖH denn schon machen?” - und hier komme ich mit meiner Antwort darauf in die Schwierigkeit, keinen erhobenen Zeigefinger in Richtung derjenigen zu schwenken, die nicht wählen gehen.

Denn: Wahlen funktionieren nicht wie ein Einkauf im Supermarkt. Würden sie das, würden wir hingehen, eine Stimme hergeben und eine fixe Leistung dafür bekommen, auf die wir ein Recht haben, weil wir dafür “bezahlt” haben. Dem ist aber nicht so. Demokratie ist kein Supermarkt, Demokratie ist manchmal anstrengend. Demokratie verlangt nach Partizipation. Und jetzt der Versuch, den unbewusst doch nach oben geschnellten Zeigefinger verschämt wieder in die Hosentasche zu stecken: Ich schaffe es auch nicht immer, mich überall dort einzumischen, wo ich mich einmischen sollte. Ich lasse viele Möglichkeiten der Partizipation aus, weil es Dinge gibt, die mich stärker interessieren. Aber selbst wenn wir alle uns nur einmal im Jahr gegen irgendeine Sache wehren würden, die uns nicht passt, hätte die ÖH als Stimme der Studierenden ein Vielfaches von ihrer derzeitigen Lautstärke. Und das wäre schön.

Unbezahlte Werbung, schon wieder

Jakob am 28. März 2007 um 08:46

Langsam komme ich mir schon vor wie jemand, der bezahlterweise darüber bloggt, wie toll nicht dies oder jenes ist. Der Unterschied: Ich bekomme nichts bezahlt und kann nicht anders - es gibt einfach viel zu viele tolle Sachen, die viel zu wenig bekannt sind (unsere Filmreihe zum Beispiel).
Aber zum eigentlichen Anlass: Gabi hat in ihrem privaten Blog über die Verwendung des Wortes “Humankapital” gesudert. Recht hat sie. Aber sie ist nicht die einzige, die so denkt - es gibt ein wunderbares Lied gleichen Titels (das unter dem Link komplett anhörbar ist). Ein Textauszug: “Politiker sagen, wir müssen die Menschen mitnehmen, ja wohin denn, wohin denn, doch nicht etwa mit nach Haus? Das würde ich mir noch einmal gut überlegen, denn viele sehen schon sehr mitgenommen aus”. Geschrieben und gesungen ist das von Funny van Dannen. Und der macht fast ausnahmslos hörenswerte Lieder. Einige wurden auch gecovert, bzw. hat er für andere Gruppen Texte geschrieben, Walkampf von den Toten Hosen zum Beispiel.
Ein paar persönliche Hörtipps: Flache Ratte, Hausmann, Fotos von Ohren, Dingficker, Okapiposter, Bonobo.
Auf der Homepage gibt es auch Hörproben, schaut also rein und seid begeistert.

Es wird eines Tages erzählt werden…

Jakob am 24. März 2007 um 17:20

vom Anfang einer legendären Filmreihe - Sagen werden sich ranken, ehrfürchtig wird geflüstert werden “Ich kenn jemand, der jemand kennt, der den Beginn selbst miterlebt hat”. Und ungläubiges Staunen wird umgehen, und diejenige Person wird mit Fragen bestürmt werden, wie das war, damals.

Gestern hat eine Entwicklung ihren Anfang genommen, deren Tragweite noch keine/r der Beteiligten ahnt: Der erste Teil unserer Filmreihe Lichtblicke ist über die Bühne gegangen - mit ohne technische Schwierigkeiten. Und mit einem großartigen Film, Kurzer Prozess mit Helmut Qualtinger und einem schönen Programmheft dazu (unter obigem Link nachzulesen ist). Und wie das so ist mit Sagen und Mythen: Ihren Anfang erleben nur wenige Auserwählte mit - in den Hörsaal 7 gehen noch einige Leute mehr rein als gestern dort waren, also hoffe ich, dass nächste Woche bei Hotel (Regie Jessica Hausner) noch ein paar mehr Leute kommen, um sich mit eigenen Augen und Ohren davon zu überzeugen, dass die Legende wahr ist.

Update: Jetzt gibt es endlich auch Infos auf unserer HP, habe den Beitrag entsprechend verlinkt.

Werbung für welche, die es verdient haben

Jakob am 6. März 2007 um 14:47

Seit etwa einem Jahr gibt es einen neuen Fleck auf der Wiener Theaterlandkarte: Das TAG (Theater an der Gumpendorferstraße). Die Räumlichkeiten, die früher die Gruppe 80 beherbergten, wurden Anfang 2006 von Mitgliedern der drei freien Theatergruppen URTheater, L.U.S.Theater und KINETIS übernommen, umgebaut und fortan unter dem Namen TAG betrieben.

Soviel zur trockenen Geschichte - das eigentlich coole an der Sache ist: Da schließen sich drei freie Gruppen zusammen und bespielen gemeinsam ein Theater, und heraus kommt eine ziemlich bunte Mischung. Es gibt kleine, schnelle Sachen, die passenderweise unter dem Titel “quik’n'dirty” und mit dem Motto “Proben ist was für Feiglinge” laufen. Es gibt aber auch herkömmliche Theaterproduktionen in abendfüllender Länge, wie zum Beispiel aktuell: Durst von Michael Kumpfmüller. Was mich besonders begeistert: Die Stücke werden nicht einfach nur gespielt und fertig, es gibt immer ein paar Tüpfelchen auf dem Theater-i: Zum Beispiel gibt es für jede Produktion einen Brunchline-Termin, der für Mütter (und Väter) mit Säuglingen gedacht ist - mit gedämpftem Licht, offenen Saaltüren und Wickeltisch. Ausserdem gibt es nach den Stücken regelmäßige Publikumsdiskussionen und im Fall von Durst wird an zwei Terminen eine Doku über die Begebenheit gezeigt, auf der das Buch basiert, das als Vorlage fürs Stück gedient hat - bei freiem Eintritt. Sowas finde ich super, und sage deswegen: Geht da hin!

Und jetzt kommts: Zufälligerweise (hi, hi) bietet der VSStÖ Wien einen gemeinsamen Besuch von Durst mit anschließendem Publikumsgespräch bei ermäßigtem Eintritt am 15. März an - also die ideale Gelegenheit, das TAG mal kennenzulernen. Und wenn ihr da keine Zeit habt: Geht trotzdem hin. Sowas gehört einfach unterstützt.

Literatur und Internet

Jakob am 3. März 2007 um 11:25

Würde Samuel Beckett ab und an Zeit im Internet verbringen, würde seine Browser-Statuszeile wohl manchmal so aussehen:

Browsen nach Godot

Für alle, die nicht wissen, was gemeint ist, ein Weiterbildungshinweis auf Wikipedia.

StudiVZ und die Datensicherheit

Jakob am 28. Februar 2007 um 15:41

Ich wollte StudiVZ ja schon die längste Zeit mal thematisieren - jetzt gibt es einen ziemlich unerfreulichen Anlass dazu: Gestern hat offensichtlich irgendjemand einen Teil der Datenbank ausgelesen und hat jetzt unter anderem Zugangsdaten und E-Mail-Adressen - von wie vielen UserInnen, wurde nicht bekanntgegeben. Auf der Blogbar gibt es einen ziemlich wütenden Beitrag drüber - den ich ziemlich gut verstehen kann. Ich finde es auch nicht lustig, dass irgendjemand da draussen mit Emailadressen und Passwörtern von einer unbekannten Anzahl an UserInnen rumläuft - StudiVZ behauptet zwar, die Passwörter nur veschlüsselt zu speichern, in den Kommentaren zu obigem Beitrag wird jedoch munter über das Gegenteil spekuliert. Mal abwarten, was noch kommt - ein ungutes Gefühl bleibt auf jeden Fall.

Boxenstopp

Jakob am 16. Februar 2007 um 23:40

In den letzten Tagen habe ich zwei Beiträge angefangen und nicht fertiggestellt, weil alles dermaßen drunter und drüber gegangen ist, dass es unmöglich war, etwas zu schreiben, mit dem ich dann auch halbwegs zufrieden gewesen wäre. Dafür werde ich die Inhalte in diesem Beitrag verwursten, der insofern einen Boxenstopp darstellt, als dass ich jetzt endlich mein allgemeines Lebenstempo übers Wochenende drosseln und etwas entspannen kann. Wobei “entspannen” in dem Fall heißt, eine Uni-Arbeit fertigzuschreiben und diverse Kleinarbeiten zu erledigen, die sich angesammelt haben - ich kann Clemens’ Februar-Beitrag voll unterstützen.

Aber abseits davon: Vergangenen Mittwoch ist Alexander Kluge, ein deutscher Film- und Fernsehregisseur und Buchautor, 75 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass hat das Profil einen lesenswerten Artikel mit dem Titel “Die Denkmaschine” veröffentlicht, der euch hiermit allen ans Herz gelegt sei. Kluge ist ungerechterweise nicht besonders bekannt, ausser vielleicht bei Thewi-Studierenden, und hier besonders bei allen, die jemals ein Seminar bei Christian Schulte besucht haben (diejenigen, die gemeint sind, wissen, wovon ich rede).
Mitte des Semesters hat er jedenfalls im Akademietheater aus seinem Buch “Tür an Tür mit einem anderen Leben” gelesen. Ich war dort und danach begeistert. Falls ihr euch anhand des Titels bereits ein Urteil gebildet habt: Ich weiß, dass das ein schöner, vergeistigter, intellektueller Titel ist, der auf den ersten Blick ähnlich sinnvoll klingt wie “Der Wunsch als Nachbar der Realität” oder “Das Mietshaus der Ungewissheiten” (beides Blödsinn, beides grade von mir erfunden und daher nicht real existent). In Wirklichkeit beschreibt dieser Titel eine ziemlich interessante Sache: Grade in Großstädten haben wir ständig Kontakt mit Leuten, die aus völlig anderen kulturellen oder sozialen Ecken kommen: In der U-Bahn, auf der Straße, im Supermarkt - eigentlich eh logisch. Aber ich finde es spannend, bewusst drauf zu achten, und sich zu überlegen, wie sehr sich das Leben der Person, die einem/einer in der U-Bahn gegenüber sitzt, vom eigenen Unterscheidet. Schärft die Wahrnehmung, das Bewusstsein für Unterschiede zwischen den Gesellschaftsschichten und macht - zumindest mir - Spaß.
Das Buch ist auf jeden Fall lesenswert, weil grade das eine von Kluges Stärken ist: Abstrakte Formulierungen und Theorien konkret runterbrechen und so verarbeiten, dass dabei großartige Texte rauskommen.

Und wenn wir schon beim Thema Spaß sind: Der kommt langsam wieder. Nach meinem pessimistischen Ersteintrag bekomme ich jetzt, wo die Planung für das kommende Semester anläuft, wieder Lust auf den Wahlkampf. Die schwammigen Überlegungen werden zu konkreten Plänen, langsam wird fixiert, was wann wo und mit wem passiert, Ideen werden zu Projekten, und es sieht ganz so aus, also ob einige wirklich coole Dinge im Entstehen sind. Wir werden euch hier natürlich auf dem laufenden halten.

Anmerkung: Falls irgendjemand diesen Beitrag sofort, nachdem ich ihn online gestellt habe, gelesen hat, dürfte derjenigen Person aufgefallen sein, dass ich massiv dran rumeditiert habe. Das liegt daran, dass ich im Moment einfach drauf los schreibe, dann veröffentliche, und dann beim Durchlesen hundertausend Flüchtigkeitsfehler, zu lange Absätze und ähnliches entdecke, die ich dann ausbessern muss, Und beim nächsten Durchlesen wieder das selbe. Inhaltlich hat sich aber nichts verändert, nur besser lesbar sollte das Ganze geworden sein.
Notiz an mich selbst: Gründlich korrekturlesen, um Ausbesserungsorgien zu vermeiden.

Wir sind nicht allein…

Jakob am 9. Februar 2007 um 12:56

Auch Erwin Buchinger bloggt!

Schmankerln:

  • “Nach einem ausgiebigen Frühstück im Kreis der Familie habe ich 1 ½ Stunden lang die Bügelwäsche erledigt”
  • “Knapp nach 17.30 wieder zu Hause, bin ich - nach Dusche und Jause - ein wenig eingenickt und habe 20 Minuten im Wohnzimmer geschlafen.”

Kein guter Anfang, eigentlich

Jakob am 7. Februar 2007 um 20:20

Mir kommt also die Aufgabe zu, dieses Blog einzuweihen. Heisst es eigentlich der oder das Blog? Ich nehme an, dass das Geschmackssache ist und mache es mal nach Gefühl. Eigentlich würde ich gerne etwas über ein aktuelles Ereignis schreiben und das kommentieren, aber derzeit passiert nicht wirklich rasend viel. Keine guten Voraussetzungen für den Start eines Blogs.

Und was noch dazu kommt oder eigentlich die Hauptsache ist: Nach den Ereignissen der letzten Wochen sollte ich wahrscheinlich froh sein, dass nichts passiert. Ich bin normalerweise niemand, der schnell über irgendwelche Dinge erstaunt ist, aber wenn der FPÖ-Pressesprecher eine Presseaussendung zu nachtschlafener Zeit schreibt, die nur unter dem Einfluss von Alkohol oder unglaublichem Frust enstanden sein kann und dann von der eigenen Partei gedeckt wird, dann muss ich mir schon an den Kopf greifen. Sicher, das alleine wäre eher lustig als bedenklich, aber das ist nur ein Symptom, dass den Grad an Irrsinn verdeutlicht, den wir derzeit haben. Gusi verteidigt Strache unaufgefordert? Wo bin ich denn bitte?
Bevor das jetzt ein seitenlanger Wut-und-Hass-Beitrag wird: Was ich eigentlich sagen wollte, ist, dass es zumindest verwegen ist, einen politikbezogenen Blog zu einer Zeit zu starten, in der die Lage dermaßen frustrierend ist, weil die Gefahr besteht, dass das ganze zu einer riesigen Frust-Deponie verkommt, und das will wirklich niemand lesen. Wir werden es trotzdem versuchen, und wenn alle anderen nur Mist bauen, bleibt uns eh nichts anderes über, als selbst positive Aktionen zu setzen. Und das werden wir auch tun - Schauen wir mal.


blank info