Über Thomas Moldaschl

Ich komme aus Wien und studiere auf der WU Volkswirtschaft und seit letztem Semester auf der Hauptuni auch noch Politikwissenschaft. Am liebsten würde ich aber noch viel mehr studieren, weil mich einfach alles interessiert. Aber leider hat der Tag nur 24 Stunden :(

Banalitäten? Mitnichten!

Thomas am 8. Mai 2007 um 14:55

Wahlkampf von außen betrachtet ist ein lustiges Farbenspiel. Diverse Leute mit unterschiedlichsten Flyern, Broschüren, etc. versuchen ihr Zeug an die Frau/den Mann zu bringen. Auf Ständen und in Hütten stehen Menschen bereit um in spannenden Diskussionen die eigenen Standpunkte den WählerInnen näher zu bringen. Und nicht zu vergessen die vielen WahlkämpferInnen die unermüdlich Zeitungen und Flyer in Lehrveranstaltungen und Lernzonen verteilen. Dazu kommen noch die SpitzenkandidatInnen die an vorderster (Medien-)Front kämpfen und von Veranstaltung zu Veranstaltung eilen. 

Doch das ist nur die kleine Oberfläche des Wahlkampfes. Unbesungene HeldInnen rackern sich unermüdlich in düsteren Kämmerlein ab um Texte für Broschüren zu schreiben, neue Flyer für spannende Veranstaltungen zu layouten oder innovative, nie da gewesene Wahlkampfzuckerl zu produzieren. Dazu noch die viele Plackerei mit schweren Kisten, Schachteln und sonstigen Transportbehältnissen für eben jene Wahlkampfmaterialien, ebenso mit Plakatständern und anderen kaum denkbaren Dingen die mensch für den Wahlkampf braucht. 

Von außen betrachtet ist Wahlkampf easy, eine Parade von Menschen in T-Shirts ihrer Fraktionsfarben. Mal lästig, mal lustig, mal einfach bloß interessant. 

Doch was Wahlkampf wirklich bedeutet und wie viele Leute dafür Zeit und Mühen opfern weiß mensch erst, wenn mensch es einmal selbst miterlebt hat.

Wir Glücklichen

Thomas am 22. April 2007 um 16:15

Eigentlich geht es uns in einer Hinsicht wirklich saugut. Wir dürfen wählen gehen. Und dass in genau einem Monat wieder zu den ÖH-Wahlen. Wir dürfen wählen gehen, ohne Angst haben zu müssen, dass es zu Ausschreitungen kommt, dass sich AnhängerInnen verschiedener KandidatInnen gegenseitig ermorden, dass die Wahl manipuliert wird. Eigentlich könnte man sagen: Wählen ist ein Spaziergang.

Trotzdem lag die Wahlbeteiligung bei den letzten ÖH-Wahlen nirgendwo auch nur annähernd bei 50%. Gibt es kein Interesse wählen zu gehen? Sicher werden jetzt viele sagen: Wieso soll ich wählen gehen, wenn sich eh nix ändert. Doch wer nicht wählt für den wird gewählt.

Wenn ich bedenke, dass im Irak bei den Parlamentswahlen die Beteiligung trotz täglicher Bombenanschläge und Terrors bei rund zwei Drittel lag, und in Russland die Leute für ihre demokratischen Rechte bereit sind auf die Straße zu gehen obwohl sie dort von der Polizei zusammengeschlagen werden, frage ich mich ob Demokratie bei uns schon zu selbstverständlich geworden ist.

In einem Monat, von 22. bis 24 Mai sind ÖH-Wahlen. Mal sehen, ob ich dort eines besseren belehrt werde.

Die Osterferien kommen

Thomas am 29. März 2007 um 12:22

oder besser gesagt, die vorlesungsfreie Zeit beginnt. Dann haben wir mal wieder Zeit uns etwas vom aktuellen Streß zu erholen. Zur Einstimmung gab es diesen Dienstag auf der Wirtschaftsuniversität Ostereier, persönlich verteilt vom Osterhasen. Für alle dies nicht gesehen haben, habe ich Fotos gemacht.

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Draußen ist’s warm

Thomas am 16. März 2007 um 14:32

… und so nutzte ich die Zeit zwischen den Vorlesungen auf der Uni um ein bisschen die Sonne zu genießen. Dabei war ich aber, wie es sich für einen fleißigen WU-Studenten gehört keinesfalls unproduktiv. Bei der Menge an Texten die ich zur Zeit zu lesen und vorzubereiten habe für diverse Vorlesungen möchte man manchmal den Tag einfach mal um ein paar Stunden verlängern. Da ich das nicht kann, habe ich halt ein wenig in der guten Frühlingssonne gelesen.

Und überhaupt hilft ja kein Jammern und Flehen, denn schließlich habe ich mir das selbst so ausgesucht. So beiße ich mich halt die kommende Zeit durch und zähle inzwischen die Tage bis der größte Stress vorbei ist. Immerhin bekomme ich auf diese Weiße die meisten Nachrichten von den neuesten Umfallern der SPÖ nicht so intensiv mit.

Zitate, Zitate

Thomas am 7. März 2007 um 15:06

Standbetreuung, Wahlkampfauftaktparty – da bleibt natürlich Raum für erste intellektuelle Ergüsse der spontanen Art (von denen sicher noch weitere Folgen werden). So muss ich einfach den Kommentar eines WU-Studenten zu unserer Forderung der Abschaffung der Studiengebühren hier bringen. „Ihr seid gegen Studiengebühren? Was mach ich wenn ich für Studiengebühren bin?“ war die Eröffnung. Den Abschluss bildete der Spruch „Eigentlich dachte ich die GRAS (Anm.: Grüne und Alternative StudentInnen) wäre kommunistisch, aber wenn ich mir euch so ansehe…“
Wie leicht es doch ist sich auf der Wirtschaftsuni linksaußen zu positionieren *g*

Auf der abendlichen Wahlkampfauftaktparty dann kam von mir als Antwort auf die Aufforderung zu tanzen das Zitat „erst ab drei Promille“ (wer errät von welchem Lied ich das geklaut habe wird als Belohnung virtuell geknuddelt).

War’s dass schon mit coolen Sprüchen? Aber sicher nicht, wenn ihr alle mithelft. Wer selber lustige Sprüche im bisherigen Wahlkampf gehört hat, soll sie hier im Kommentar posten. Haut in die Tasten!

Die Rhue vor dem Sutrm

Thomas am 28. Februar 2007 um 13:06

Oedr acuh im Wteesn nhitcs Nuees um ein paar Ztatie ins Seipl zu bengrin. Gnaz rhtiicg ist das adnlegilrs nciht. Slßecicihlh ist gadree Pfürgunswcohe auf der WU und so snid die Pfnrülgie mit geutm VSStÖ-Tbuarenzckeur vogrsert und vloelr Eernige für irhe etesrn Pügfrneun.

Shocn blad ghet es agrdlilens los. Der Wlhakmpaf bniengt und diamt mien wshhlacriecnh sdtpnnnesas Sstemeer biem VSStÖ.

Dmiat dsieer kzrue Btiearg ewats sdnpneaner wrid hbae ich mal apurbiseot, ob msecnh tähsalctcih die Bthubscean wlid drcuhenniedar wfülren knan und der Txet tdtzoerm lbaser bbliet. Wnen ihr es aslo bis hrhieer gfseacfht hbat, dnan hat es fktiiuenrnot. :)

Edit: Es scheint, dass mein Versuch nicht so ganz geklappt hat. Daher findet ihr hier die normale Variante des Textes.

Draußen ist’s kalt…

Thomas am 22. Februar 2007 um 17:03

und trotzdem hab ich mich schon in aller Früh aufgerafft und habe pünktlich zur Erstsemestrigeneinführungsveranstaltung, kurz EVA, informative Zettel an interessierte StudentInnen verteilt. Eine nette kleine Linksammlung sowie eine Literaturliste mit der den Erstsemestrigen ihr Start ins Studium auf der WU hoffentlich erleichtert wird.

Ich habe ja schon gar nicht mehr geglaubt, dass es auch ein sieben Uhr morgens gibt. Aber was tut man nicht alles, damit die Studierenden auf der WU auch sehen, dass es eine Alternative bei der kommenden ÖH-Wahl für sie gibt. Nicht dass jetzt jemand uns vorwirft, wir würden das nur machen um WählerInnen zu bekommen. Tatsächlich teilen wir zu jedem Semesteranfang Infobroschüren aus. So hatten wir letztes Semester eine tolle und wirklich sehr umfangreiche Broschüre mit dem Namen “First Steps” gemacht.

Ich hoffe jedenfalls, dass Literatur- und Linksammlung für die StudentInnen hilfreich sind und sich somit das frühe Aufstehen gelohnt hat. Es wird sicher nicht das letzte Mal sein, dass ich schon am Morgen auf die Uni muss, aber mit etwas Glück kommt mir die Klimaerwärmung entgegen und ich kann schon bald ohne Pullover und dicke Jacke raus.

Hoch die internationale Solidarität

Thomas am 12. Februar 2007 um 20:01

Nichts ist schöner, als wenn mensch sieht, dass wir mit unserem Protest nicht alleine stehen. Von daher freut es mich besonders, dass Gusenbauer auf seinem Besuch in der Schweiz von dortigen StudentInnen ausgebuht wurde.
Wenn ich mir nämlich die politischen Debatten, die den Demonstationen folgten, ansehe, so hatte ich schon das Gefühl dass Frisuren und Freistaatgelüste für die Medien interessanter sind als die ernsten bildungspolitischen Herausforderungen.

Solche Aktionen halten die Studiengebührendebatte immer wieder in der Öffentlichkeit und zeigen, dass der freie Hochschulzugang eben nicht bloß ein österreichisches Spezifikum ist für dass international sowiso niemand Verständnis hat (schon gar nicht die “böse, böse” EU).

Vorfreude statt Frust

Thomas am 8. Februar 2007 um 17:34

Also ich muss schon sagen, hier wird ja schon ganz schön viel an politischem Frust zu Beginn gleich einmal abgeladen. Da haben wir in diesem netten kleinen Blog doch überhaupt keine Chance vom Image der ewig grantelnden Linksrebellen LinksrebellInnen weg zu kommen. Da kann sich der Gusi doch nur über uns „uninformierte kommunistische und gewaltbereite Demonstranten DemonstrantInnen“ aufregen. Nein, ich werde jetzt bestimmt nicht über gebrochene Wahlversprechen, undemokratisches Gebaren und ähnliches schreiben.

 

Ich freue mich auf jeden Fall schon mal auf den kommenden Wahlkampf. Die letzten ÖH-Wahlen habe ich nur aus der Zuschauerperspektive auf der WU beobachten können. Damals war das einzige was ich davon wahrnahm, dass die AG einen Würstelstand betrieb (Brot und Spiele will das Volk!) und der VSSTÖ-Stand irgendwo im Raucherbereich stand, wo ich als Nicht-Raucher selbstverständlich eher kurze Zeit verbrachte (Aber ich will hier natürlich keine Raucher RaucherInnen diskriminieren).

Heuer bin ich mittendrin statt nur dabei und ich kann es kaum erwarten gestresst von Vorlesungen zu Veranstaltungen zu laufen und zum hundertsten Mal zu erklären, warum die SPÖ und der VSSTÖ nur bedingt miteinander zu tun haben. Sicher wird es neben stressigen und anstrengenden Momenten auch die einen oder anderen guten Momente geben die uns wieder motivieren weiterzumachen und nicht aufzugeben.

 

Und natürlich freue ich mich schon darauf in diesem Blog fleißig über alles zu berichten :)

Ein wichtiger Nachtrag zu den Änderungen: 

Wie oben zu sehen ist, habe ich eine nicht unbedeutende Änderung an meinem Eintrag vorgenommen. Die geschlechtergerechte Sprache ist ein wichtiges Element in der Schaffung eines Bewusstseins, in dem nicht vorrangig die Männer die Hauptrollen übernehmen. Dass diese Prägung des üblichen Sprachgebrauchs nicht einfach ist, sehe ich immer wieder an mir selbst. Ich bin kein besonders sprachorientierter Mensch und bis sich die geschlechtergerechte Sprache in meinem automatischen Sprachgebrauch eingebürgert hat wird sicher noch einige Zeit vergehen, in der ich immer dankbar bin, wenn mensch mich darauf hinweißt.

Ich habe den Eintrag deswegen nicht sofort geändert, da der Anspruch an einen Blog jener ist, Änderungen möglichst transparent zu gestalten und ich dies nicht überhastet wie einen Rechtschreibfehler korrigieren wollte, da es dazu einfach ein zu wichtiger Punkt ist.


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