Ein Versuch ohne Zeigefinger
Jakob am 22. April 2007 um 20:45So, jetzt ist es passiert. Thomas hat das Wahl-Thema angeschnitten, und ich kann da nicht still sein dazu. Dabei hatte ich schon befürchtet, wir haben alle so viel zu tun, dass wir gar nicht zum Berichten kommen, weil wir so mit dem Tun beschäftigt sind. Man kann trefflich darüber mutmaßen, wieso die Wahlbeteiligung so niedrig ist, und wird vermutlich nie auf ein empirisch belegbares Ergebnis kommen. Ein beliebtes Argument ist “Was kann die ÖH denn schon machen?” - und hier komme ich mit meiner Antwort darauf in die Schwierigkeit, keinen erhobenen Zeigefinger in Richtung derjenigen zu schwenken, die nicht wählen gehen.
Denn: Wahlen funktionieren nicht wie ein Einkauf im Supermarkt. Würden sie das, würden wir hingehen, eine Stimme hergeben und eine fixe Leistung dafür bekommen, auf die wir ein Recht haben, weil wir dafür “bezahlt” haben. Dem ist aber nicht so. Demokratie ist kein Supermarkt, Demokratie ist manchmal anstrengend. Demokratie verlangt nach Partizipation. Und jetzt der Versuch, den unbewusst doch nach oben geschnellten Zeigefinger verschämt wieder in die Hosentasche zu stecken: Ich schaffe es auch nicht immer, mich überall dort einzumischen, wo ich mich einmischen sollte. Ich lasse viele Möglichkeiten der Partizipation aus, weil es Dinge gibt, die mich stärker interessieren. Aber selbst wenn wir alle uns nur einmal im Jahr gegen irgendeine Sache wehren würden, die uns nicht passt, hätte die ÖH als Stimme der Studierenden ein Vielfaches von ihrer derzeitigen Lautstärke. Und das wäre schön.

am 12. Mai 2007 um 00:09 Uhr.
” Ich schaffe es auch nicht immer, mich überall dort einzumischen, wo ich mich einmischen sollte. ”
oh, ich schaffe es nicht immer, mich nicht überall dort einzumischen, wo ich mich nicht einmischen sollte….