Wer “Soziale Absicherung” buchstabieren kann, braucht sie nicht

Denn wer sozial nicht abgesichtert ist, weiß das meist gar nicht. Sondern nimmt den Umstand als gegeben (und als zu akzeptieren) wahr.

Dem entgegen steht meine eigene Situation. Ich bin auf dem Papier so abgesichert wie ein japanisches Atomkraftwerk. Andererseits genieße ich höhere Bildung (es handelt sich in meinem Fall tatsächlich um einen Genuss, ich wüsste nicht wo ich ohne Uni wäre, vielleicht in einer Vorstandsetage – als Kloputzer). Wenn mich das nicht sozial absichert, schafft es gar nichts (vgl. diverse Studien zu Arbeitslosigkeit und Bildung, Zufriedenheit und Bildung, Selbstverwirklichungsmöglichkeiten und Bildung, …).

Zu den Selbstverwirklichungsmöglichkeiten:
Was man gerne macht, macht man gut. Oder als Ableitung formuliert: Alle sollten tun können, was sie wollen. Nicht dürfen. Aber können. Andererseits stellt sich schon die Frage, inwiefern es zum Gemeinwohl beiträgt, wenn ich gerne Schutzgeld eintreibe und darin unwahrscheinlich gut bin. Da scheitert denn auch die Marktlogik. Denn Mafia ward immer angeboten, wird aber im großen Ganzen nicht als Wohlstandsfördernd wahrgenommen.

Was latürnich ein Quatsch ist.
Die Mafia wirkt selbstredend wohlstandsfördernd indem sie Services anbietet, die nachgefragt werden. Allokationen, die unter Abwesenheit von Regelungen (und auf Regelungen scheißen die meisten Mafias) zustande kommen, sollten immer optimal sein, Unsichtbare Hand und so…

Die Krux liegt da, wo Nachfrage nicht natürlich entsteht, sondern erzeugt wird. Wer Nachfrage erzeugt, verzerrt den Markt. Marktverzerrungen sind böse. Drum ja auch weniger Staat. Das heißt aber nicht weniger Staatssicherheit. Sicherheit ist überhaupt ganz wichtig. Dass Sicherheit noch nie zufriedenstellend definiert wurde, interessiert auch im Jahr 2011 keine Sau.

Bei dem Text handelt es sich um eine Anhäufung inspirierender Ideen, verbunden mittels inspiationstötender Ideen. Das auseinanderzuklauben stellt die heutige Gewinnspielfrage dar. Hauptpreis ist ein Platz im Himmel. Alle anderen kommen auch da hin; Gottes Gnade ist grenzenlos.

Grenzen lehnen wir sowieso ab. Da kommt die Unsichtbare Hand wieder. Die will nämlich unbeschränkt agieren können. Grenzen beschränken. Drum haben Grenzübergänge auch immer Schranken. Nicht weils nötig wäre, sondern aus literarisch-lyrischen Überlegungen. Eine Frage der Anschauung sozusagen.

Die geht heutzutage ohnehin unter. Wenn wir das Volk (wer immer das auch sein mag, die Eingrenzung könnte ein ganzes Bachelorstudium füllen; wobei wir Grenzen ja ablehnen – wie Bachelorstudien) erziehen wollen, sollten wir uns wieder mehr Gedanken über die Anschauung(en) machen. Aber wer will schon erziehen? Da müsste man ja selber mal Ahnung haben. Und wer hat die? Ich sicher nicht, sonst würde ich doch zusammenhängend bloggen…

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Eine Antwort auf Wer “Soziale Absicherung” buchstabieren kann, braucht sie nicht

  1. Gernot sagt:

    Toll, das ist endlich mal ein gut geschriebener Post, vielen Dank. Muss man erstmal verarbeiten. Generell finde ich die Seite leicht zu verstehen und bequem zu lesen.

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