Im Studium lernt man nicht das Denken (na Wunder…). Man denkt natürlich weiterhin so wie bisher und kommt auf die gleiche Art auf Ideen, aber man lernt, die Gedankengänge in eine Art Standard-Denken zu übersetzen. Nur so ist die wissenschaftliche Methodik an der Universität, in egal welchem Fach, zu erklären. Der streng standardisiert ablaufende wisschenschaftliche Prozess (Hypothese – Test – Aussage – Deduktion – Diskussion – Deduktion – BlaBla) mit seiner immerzu identen Logik lässt nur die Glaubwürdigkeit einer Aussage nachvollziehen, aber nicht deren Gedankengang. Dies soll zu einem insgesamt konsistenten Erklärungsmodell führen.Aus mancher Perspektive klingt das verlockend, vor allem jene, die Entscheidungen von großer Tragweite zu treffen haben, werden darüber jauchzen.
Aber: Die Widerspruchsfreiheit zwischen Erkenntnissen einzelner Wisschenschaftsgebiete, oder auch zwischen verschiedenen Studien, gibt somit keinerlei Aufschluss. Sie ist tautologisch.
Wer studiert, sollte nicht dem Irrglauben anheim fallen, die Dinge seien tatsächlich so, wie sie in der Vorlesung, oder gar in der Literatur, dargestellt werden. Das sind lediglich Anschauungen, die in einem Modell funktionieren. Einem Modell, das der formalen Darstellung eines Sachverhalts zugrundegelegt wird. Die Dinge können bekanntermaßen nicht hinreichend dargestellt werden, da ein exaktes Abbild eines Objektes die Identität des Objektes ist. [ Q = Id ( Q ) ] Es wäre also wieder das Objekt selbst. Dass wissenschaftliche Modelle die Realität hinreichend beschreiben, wird aber ohnehin von niemandem jemals angenommen. [Dass das nicht stimmt ist evident; mir fallen als erstes Religionen ein...]
Die Zusammenhänge zwischen wissenschaftlichen Teilgebieten erschließen sich nicht über den Versuch der Angleichung der jewiligen Modelle. Sie erschließen sich bei Betrachtung der Divergenzen. Da wo man unterschiedlicher Ansicht (also nicht nur Erkenntnis, sondern auch Anschauungsrichtung¹) ist, eröffnet sich oft eine neue Betrachtungsweise. Sie wird förmlich erzwungen. Leider wird in der heutigen Wissenschaftspolitik die Errichtung einer “hegemonialen” Wissenschaft gefördert. Es werden also die verschiedenen Modelle, die den verschiedenen Blickwinkeln auf eine Fragestellung zugrundegelegt werden, aufeinander abgestimmt.
So werden wir also dereinst alle derselben Meinung sein? Das klingt nach friedlichen Zeiten.
Außer natürlich, wir sind alle der Meinung, Krieg führen zu müssen. Wer das in der Hand hat, bleibt jedoch in Frage gestellt. Dass die Antwort auf ein Konglomerat weniger Personen fällt, ist hoffentlich ein Irrtum aus der Kategorie Verschwörungstheorie.
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¹ Die interessante Frage stellt sich: Ergibt idente Anschauungsrichtung dieselbe Erkenntnis? “Richtung” ist hier also in einem weiteren Sinne zu verstehen und bezeichnet nicht nur die Perspektive sondern auch die Wahl des Modells des Betrachteten. Wenn wir also Abstrakteres betrachten, müssen wir neben dem Standpunkt der eigenen Person, auch die Systematik der Vereinfachung des Betrachtungsobjektes bedenken.Das ist keine Erkenntnis.Aber: Bei identem Modell und identer Perspektive muss man ja zwingend zu den selben Schlüssen kommen (wenn man die identen Fragen stellt). Oder von der anderen Seite aufgezogen: Wenn wir unterschiedlicher Meinung sind, teilen wir entweder Systematik, oder Interessen nicht. (Von Irrtümern, Neckereien und dergleichen wird abgesehen.) Was jetzt banaler ist, möchte ich wissen.












