Hillary ist progressiver als Gusenbauer.
Clemens am 21. April 2007 um 11:10Wie beim Pawlow’scher Hund die Glocke, so wirkt das Wort “Erbschaftssteuer” auf mich, und ich gehe von null auf grantig in wenigen Sekunden. Man muss ja nochmal klarstellen, dass die Behauptung, die ÖVP hätte sich mit der Abschaffung der Erbschaftssteuer “durchgesetzt”, nur dann richtig ist, wenn sich die ÖVP nur für die 5% der reicher-als-Reichsten interessieren würde (für die sich’s wirklich auszahlt).
Dass der ÖVP die Interessen ihrer restlichen WählerInnenschaft möglicherweise Banane ist, das ist jedoch nicht mein Kaffee. Warum es sinnvoll ist, große Vermögen nicht steuerfrei zu stellen ist schon ausführlich diskutiert worden und eigentlich völlig eingänglich, soziale Gerechtigkeit und so, Fairness, der Mittelstand soll nicht mehr brennen als MilliardärInnen, etc. etc. Dass Gusenbauer, der über ein Jahr Zeit zur Reparatur des Gesetzes hatte, die Erbschaftssteuer nach fünf Tagen wegwirft, ohne die Zeit zu nutzen, öffentlich über soziale Gerechtigkeit zu diskutieren, war demütigend.
Die PräsidentschaftskandidatInnen der Demokraten dagegen tun das. Und wollen die Erbschaftssteuer für große Vermögen beibehalten. Na zack. Hillary ist progressiver als du, Alfred.
