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Im Zeichen des (Gegen-)Gipfels

Richard am 16. Februar 2010 um 11:20

Rasch nähert sich das nächste Sommersemester und politisch tut sich einiges. Seit dem Ende der Audimaxbesetzung haben sich erneut die Kräfte der Studierendenbewegung gesammelt, Gio Hahn hat sich in ein höheres Gehaltsschema einstufen lassen und Beatrix Karl tritt an seine Stelle als Wissenschaftsministerin.

Im kommenden Semester findet zwischen 11. und 14. März die Feier zum 10-jährigen Jubiläum des Bolognaprozesses in Wien  statt - ein schlechter Scherz! Die Politik hat hier zu Lande, was die Umsetzung von Bologna betrifft, versagt. Verschulung, keine freien Wahlfächer, Komplikationen bei Anrechnungen - um nur einige wenige Punkte zu nennen - sind dabei die Auswirkungen eines neo-liberalen (Aus-)Bildungsverständnisses: rasche Produktion von Absolvent_innen für einen Wissensmarkt und Konkurrenzfähigkeit Europas. Anders gedeutet, sollen die Absolvent_innen in ihrer Warenförmigkein die schwere Artillerie im bitteren Gefecht um die Hoheit am Weltmarkt darstellen. (Anlehnung an Karl Marx’ Manifest der Kommunistischen Partei)

Wir gehen davon aus - und diese Intention spiegeln die anlaufenden Proteste zum Bolognagipfel wider - dass Bildung nicht allein der Sinn ihrer Vermarktung hat. Dass Bildung einen universelleren Charakter hat, der den Menschen die Möglichkeit zur Emanzipation bietet und nicht dessen Anpassung und Assimilation zum Ziel hat. Der Gegengipfel möge daher beschließen: Die Proteste werden solange weitergeführt, bis die Studienbedingungen ein annehmbares Maß für alle Studierenden erreicht haben! Solange, bis Bildung den Menschen zum Zweck hat und nicht dessen Vermarktung zu wohlfeilen Preisen. Auf dass die Universitäten in letzter Instanz, dem internationalen Kapital zum Trotz, jene Menschen hervorbringt, die seinen Untergang einleiten - die heutige Studierendenschaft.

Studierende aller Fakultäten, vereinigt euch!

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