Nachtrag wozu? Zum Themenschwerpunkt des ORF “Starke Frauen”. (Entschuldigt bitte den langweiligen Titel. Ich muss mir noch einen besonders peppigen für die den Tod von Millionen Menschen in Kauf nehmende Atomkraft aufheben.) Ich glaube, es war vor genau 2 Wochen, als ich im Report einen Beitrag über Frauen, die bei den Wiener Linien Busse, Straßenbahnen oder U-Bahnen lenken, gesehen. Der Beitrag wirkte zunächst weder besonders reflektiert noch merkwürdig konservativ – wären da nicht 2 Punkte, die an der Sinnhaftigkeit des Beitrags Zweifel ankommen lassen.
Teil des Berichts war ein Portrait über eine Frau, die seit (glaube ich) den 80ern Busfahrerin ist. Fehler 1: Die Journalistin stellte die Frage, ob sich die Lenkerin schon immer zu “männlichen Berufen” hingezogen habe. Die Berufe sind nicht männlich. Genausowenig gibt es weibliche Berufe. Sie sind vielleicht Berufe, die damals in erster Linie Männer ausübten, weil man der Meinung war, dass Männer – in diesem Fall zum Beispiel – besser Auto fahren würden als Frauen.
Fehler 2: Der Beitrag endete folgendermaßen. Man sieht einen Bus, offensichtlich von jener Frau gelenkt, wenden, und hört dazu die Stimme der Reporterin, die über die Lenkerin in etwa sagt: “[...] und macht das schwierige Umkehrmanöver” – so als müsste erwähnt werden, dass Frauen dies – natürlich ganz im Gegensatz zu Männern – können. So ein Blödsinn. Dadurch gibt die Reporterin preis, dass sie annimmt, es muss gesagt werden. Warum? Weil sie anscheinend selber nicht glaubt, dass es geschlechtsunabhängig ist. Sie ist vermutlich nicht die einzige. Hätte sie darüber nachgedacht, würden jetzt vielleicht mehr Menschen denken, dass Autofahren keine Frage des Geschlechts ist.
Damit jetzt keine falschen Eindrücke über mich entstehen: Ich bin kein Freund vom Autofahren (aber, ja, ich habe eine Lenkberechtigung).
In den nächsten Tagen (hoffentlich, und hoffentlich bis kommenden Montag) folgt etwas zu Atomenergie, zum Erdebeben und vor allem zu Ermittlungen gegen 3 Studierende nach §278a (Bildung einer kriminellen Vereinigung – wenn ich nicht irre). Den drei Studierenden wird unter anderem vorgeworfen, die Asylpolitik verändern zu wollen.












