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Ministerträume

Sophie am 5. April 2008 um 16:34

Vor einiger Zeit hat sich Wissenschaftsminister Hahn einer Podiumsdiskussion zum Universitätsgesetz gestellt. Im Mai soll die Novelle des “ungeliebten” Gesetzes vorliegen - was haben wir zu erwarten? Hahns Träume von einer unternehmerischen “Weltklasse-Uni” sind facettenreich: Ausführliche Zugangsbeschränkungen, ein schlanker Senat und ein aufgewerteter Universitätsrat. Hahn scheint vorerst eher den Wünschen von Universitätenkonferenz und Industriellenvereinigung (IV) nachzukommen, als den Forderungen der Studierenden. Zwar meint Hahn, er sei an sich gegen Zugangsbeschränkungen - das gilt aber nur für das Bachelorstudium. Der Master soll bei weitem nicht allen zugänglich sein; dabei soll nach dem Bachelor erst das wissenschaftliche Arbeiten - offenbar als Minderheitenprogramm - beginnen.

Die Chancen der Bachelor-AbsolventInnen bleiben indes unklar. Für die soziale Durchlässigkeit im österreichischen Bildungssystem wären (weitere) Beschränkungen allerdings ein erneutes Armutszeugnis. Im OECD-Schnitt ist Österreich bereits Schlusslicht: Der Anteil an AkademikerInnenkindern an den HochschulstudentInnen ist 2,5 Mal so hoch, als es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht. Kinder aus sozioökonimisch schlechter gestellten Familien werden, gerade an Universitäten benachteiligt.

Die Umorganisierung der Universitäten ist ebenso voll in Gang: Der Universitätsrat soll eher wie ein Aufsichtsrat agieren und mehr Kompetenzen bekommen. Aus Studierendensicht ist das aber besonders pikant. Gleichzeitig ist nämlich immer wieder die Rede von der Schwächung des Senats - jenen Gremiums, in dem Studierende vertreten sind und mitbestimmen können. Anstatt dem Senat noch mehr Einflussmöglichkeiten zu nehmen, sollten Studierende in den Kollegialorganen wieder stärker vertreten sein können. Die Debatte um die UG-Reform wird noch bis zu ihrem Beschluss weiter gehen.

Zu hoffen bleibt, dass Minister Hahn in seinen Träumen nicht die Wünsche von RektorInnen und Industriellenvereinigung berücksichtigt, sondern die Forderungen der Studierenden einarbeitet.

keine Kommentare zu “Ministerträume”

  1. gabi

    albträume. und zwar mit system. die geplanten zugangsbeschränkungen setzen den entwicklungen der vergangenen jahren die krone auf. eigentlich unpackbar.

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