Über Clemens

Noch resch.

Clemens am 16. Februar 2007 um 10:06

In der aktuellen Ausgabe vom deutschen Vanity Fair posiert Karl Heinz Grasser ohne Hemd und nur mit einem Sekti in der Hand, das Sakko verhüllt notdürftig die mächtigen Schultern (Muskeln so beeindruckend als ob er die letzten sechs Jahre sein Finanzministerbüro nur über die Aussenfassade kletternd hätte erreichen können). Ein bisschen unglücklich sieht er in dem ganzen Boudoir-Gigolo-Setting aus, aber er wird sich schon noch mit seiner neuen Nutzlosigkeit anfreunden. Wenn er sich überhaupt groß umgewöhnen muss von davor.

Ich weiss ja seit meiner Schummelei beim Amtsarzt vor der Führerscheinprüfung dass ich eine Brille brauche. Aber wie ich gestern bei der Trafik vorbeigehe und das Plakat vom Vanity-Fair Cover sehe, denke ich mir: No, der Udo Jürgens schaut ja eh noch resch aus. War aber nicht der Udo sondern der Karlheinz. Brille notwendiger denn je.

Während das deutsche Vanity Fair bloß den Exfinanzminister demütigt, bringt die amerikanische Ausgabe mit “From the wonderful folks who brought you Iraq” einen lesenswerten Bericht über die aktuellen und sehr konkreten Kriegspläne der Neocons gegen den Iran. Im Gegensatz dazu halten, der (fehlenden) Berichterstattung nach zu schließen, europäische JournalistInnen einen Irankrieg in etwa so wahrscheinlich wie dass Grasser doch noch Aktienanalyst in London werden darf. Dabei ist das Thema so resch dass sogar der Economist darüber schreibt.

2 Kommentare zu “Noch resch.”

  1. rotebrille.at » Blog Archive » 12 Minuten für Robert Hartlauer

    [...] Damit ist das Brillenthema wieder sehr akut geworden. Ich will eh eine Brille. Seit sieben Jahren. Dass ich keine habe ist keine Frage der Eitelkeit, wie Freundin S. vermutet. [...]

  2. rotebrille.at » Blog Archive » 12 Minuten für Fiona

    [...] Mich begeistern ja Leute wie Jakob, die neben Uni, Arbeiten und Co. sich auch noch ein offenes Köpfchen für Kunst und Kultur erhalten. Ich mach das nicht. Mehr. Nach vielen Jahren, in denen ich mir eingebildet habe, multi-tasken zu können, bin ich des Verzettelns leid. Ich arbeite im Moment mit der Domino-Strategie: eine Sache nach der anderen. In diesem System haben äussere Einflüsse den einzigen Zweck, mein Hirn alle 48 Minuten durchzupusten. 48 Minuten lernen, 12 Minuten Pause. Komplizierte Dinge lenken da nur ab. Heute morgen, in Lernpause 2, habe ich zum Beispiel Larry King auf CNN geschaut (weil ORF1 nach wie vor sportverseucht ist), und das war - passend zu meiner Strategie - frei von jeglichem relevanten Inhalt. Ich habe erfahren, dass Anna Nicole Smith in einem Kleid beerdigt wurde, dass mit Svarowski-Kristallen besetzt war. In your face, Exfinanzministerehegattin! Nach dem Vanity Fair-Desaster eine weitere Demütigung für das Pärchen des Grauens, aber für mich ausreichend für 12 Minuten Ablenkung. [...]

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