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zur diskussion

Eva am 28. April 2009 um 09:51

ein artikel über den bologna-prozess und dessen auswirkungen auf studileben und politische aktivität:

was meint ihr, sagen die sinnvolle sachen? oder eigentlich wichtiger: was können wir gegen diese entwicklungen tun? sollen wir überhaupt was dagegen tun oder kriegt jede gesellschaft die studis, die sie verdient? oder will uns da wer disziplinieren? ist das wer vielleicht sogar wir selbst? aber dann doch nur durch gesellschaftliche zwänge vermittelt?

ich fand den artikel jedenfalls nicht unspannend.

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Alice Schwarzer, Feministin

Gabi am 27. April 2009 um 11:55

Wiedermal eine Vorlesung am Boden sitzend verfolgt. Nichts Neues am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Nur kämpften sich vergangenen Mittwoch mehrere Kamerateams durch die Beine, Taschen und Rucksäcke. Nicht aber um über die bekanntlich katastrophalen Studienbedingungen zu berichten. Alles drehte sich um die Dozentin. Im Standard fett angekündigt hatte die Theodor Herzl-Dozentur für Poetik des Journalismus selten soviel Publicity bekommen. Thema in diesem Jahr: die journalistische Form des Interviews. Deswegen waren aber wohl die wenigsten gekommen.

 

Unter dem Titel „Von der Volontärin zur Blattmacherin“ sprach Schwarzer in der ersten von drei Einheiten über eines ihrer Lieblingsthemen: über sich selbst. Wer die Biografie von Bascha Mika (Alice Schwarzer. Eine kritische Biographie. Rowohlt, 1998) gelesen hat, weiß, wie das klingt, und hätte sich die ersten 1 ½ Stunden der Vorlesung sparen können. Völlig unkritisch sprach sie über die Möglichkeiten, die Volontariate bieten. Auf die Nachfrage, ob die Entwicklung hin zu dutzenden Gratispraktika für den Lebenslauf nicht problematisch sei, ging sie nicht weiter ein. Bei ihr hat’s funktioniert. Sie hat’s geschafft. Wie weit die Story „Von der Volontärin zur Blattmacherin“ heute von der Realität vieler junger JournalistInnen entfernt ist => unrelevant. Wie dem auch sei. Mehrmals klagte sie mit ihrem wachsenden Engagement in der Frauenbewegung nicht mehr als Journalistin wahrgenommen zu werden, sondern seit Anfang der 1970er Jahre den Berufstitel Feministin zu tragen. Aber zumindest in dieser ersten Einheit bot die Feministin Schwarzer mehr Inhalt als die Journalistin.

 

Die Verharmlosung von Prostitution bezeichnete sie als „Missverständnis des Jahrhunderts“. In Hinblick auf die rechtliche Gleichstellung sprach sie von „der dunklen Gegenströmung“, die Frauen wieder mehr Objekt werden lässt. Und leidenschaftlich nahm sie Bezug auf den Amoklauf in Winningen, bei dem die ErmittlerInnen ursprünglich nicht weiter auf eine grundlegende Tatsache eingehen wollten: 11 der 12 gezielt Hingerichteten waren Frauen. „Opfer“ einer „verunsicherten Männlichkeit“. Wirklich vertiefend konnte über all dies in der verbleibenden viertel Stunde aber kaum diskutiert werden. Wir sind also gespannt, was uns in der nächsten Einheit am 29. April (10-12 Uhr, HS 33, Hauptgebäude Uni Wien) erwartet.

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Interventionen

Eva am 23. April 2009 um 12:07

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“Liebe Fahrgäste - Wir möchten uns dafür entschuldigen durch die permanente Videoüberwachung in Ihre Privatsphäre und allgemeine Grundrechte einzugreifen. Sollten Sie diese Eingriffe nicht akzeptieren, sind Sie dazu angehalten die Videokameras zu überkleben oder ihr Gesicht zu vermummen.”

Die Stadt gehört allen. Wiener Linien

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Onlineumfragen…

Sophie am 6. April 2009 um 22:15

…sind so eine Sache. Speziell dann, wenn niemand weiß woher sie plötzlich kommen, wer die Fragen gestellt hat und vor allem, wie diese ausgesehen haben. Besonders dubios wird’s dann, wenn von den Ergebnissen wesentliche Entscheidungen legtimiert werden sollen aber niemand, außer den AuftraggeberInnen, diese „Umfrage“ zu Gesicht bekommt.

Ich spreche von der vom Wissenschaftsministerium durchgeführten Umfrage zu Studieneingangsphasen. Oder besser gesagt: zu Zugangsbeschränkungen. Mit dieser unveröffentlichten Umfrage will Hahn flächendeckende Zugangsbeschränkungen legitimieren. Die gestellten Fragen sind unbekannt, einige Antworten (angeblich finden knapp 45 Prozent der Befragten Studierendenstromregelungen durch Zugangsbeschränkungen in “bestimmten Studienrichtungen” notwendig) sollen absurderweise ausreichen, um die Schranken an Österreichs Unis ganz zu schließen. Absurd deshalb, weil in derselben Umfrage 93 Prozent der Studierenden gegen Beschränkungen für alle Studienrichtungen sind. So die ersten Umfrageergebnisse, die es dann doch in die Medien geschafft haben.

Hahn disqulalifiziert sich damit mal wieder als „Wissenschafts“minister: Denn auch die Realität der Unis zeigt: Lippenbekenntnisse zu besseren Unifinanzierung reichen nicht aus - ein sinnvolles Bildungssystem braucht ausfinanzierte Unis. Zugangsbeschränkungen können nie die Lösung sein - sie sind das Problem, gegen das wir kämpfen werden.

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Mehr Geld, nicht weniger Studierende!

Sophie am 5. April 2009 um 21:26

Wissenschaftsminister Hahn will in der Novelle des Universitätsgesetzes Studieneingangsphasen, die eigentlich zur besseren Orientierung von StudentInnen dienen sollen, zu Zugangsbeschränkungen umfunktionieren. Gerade hat orf.at angekündigt: Hahn plant neue Hürden an den Unis

Volle Hörsäle dienen immer wieder als Ausrede, die Unis zu Eliten-Unternehmen zu machen, anstatt sie als Bildungseinrichtungen zu verstehen. Das Problem ist aber nicht, dass es zu viele zu Studierende gibt - es gibt zu wenig Geld! Zwar gibt es Absichtserklärungen zu besserer Finanzierung der Hochschulen, von Lippenbekenntnissen haben wir aber wenig. 

Zugangsbeschränkungen sind immer sozial selektiv und ungerecht, weil sie Menschen von Bildung ausschließen. Chancengleichheit in Österreich ist ein Mythos – denn welchen Bildungs- und Berufsweg jemand einschlägt, ist geprägt durch den familiären Hintergrund: Kinder aus AkademikerInnenfamilien haben’s an der Uni leichter als Menschen aus bildungsfernen Schichten – das zeigt die OECD-Studie  jedes Jahr aufs neue. Wer neben dem Studium arbeiten muss, um es sich zu finanzieren, kommt nicht so schnell voran, verliert möglicherweise Beihilfen, wodurch er/sie noch mehr arbeiten muss und das Studium geht langsamer voran oder muss abgebrochen werden. 

Was die OECD-Studie außerdem zeigt: Bei der AkademikerInnenquote liegt Österreich europaweit ganz weit hinten. Statt Maßnahmen für mehr AkademikerInnen zu setzen, will Hahn möglichst wenigen ein Studium ermöglichen. Einmal mehr zeigt sich dabei: Hahn ist nicht mehr als die Fortsetzung von Gehrer - anderes Gesicht, dieselbe Politik.

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Sieben

Steffi am 2. April 2009 um 11:34

Eine Zahl, die uns ständig überall begegnet: Ein Film, eine Woche, im Aberglauben, Zwerge, eine Menora, Todsünden, das verflixte Jahr, und die Anzahl der Professorinnen, die auf der TU angestellt sind. Sieben, das ist einfach verdammt wenig. Im Verhältnis dazu: 130 Professoren. Frauen sind sonstige. Nämlich sonstiges wissenschaftliches Personal. Im Klartext: Schlechter bezahlt, weniger renomiert und unsichtbarer.
Eigentlich sollte mich das nicht mehr wundern. Tut es auch nicht. Von einer gleichberechtigten Welt auf der Uni sind wir noch meilenweit entfernt.
Aber ich will mich wundern. Und ich will, dass ihr euch alle wundert. Damit unser Wundern ein Aufregen und unser Aufregen ein Verändern wird.

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Wer soll das bezahlen?

Sophie am 31. März 2009 um 22:09

Das gestrige Standard-Montagsgespräch zum Thema e-Voting war ein weiterer Beitrag in der aktuell hitzigen Debatte rund um die elektronische Stimmabgabe bei den ÖH-Wahlen. Die Diskussion und die Argumente waren erneut überzeugend: die Einführung von e-Voting ist ein Fehler. 

Vorweg: die Zusammensetzung des Podiums war ausgewogen - was die inhaltliche Position zu e-Voting betrifft; nicht, was das Verhältnis von Männern und Frauen betrifft. Nach den Debatten der letzten Monate gilt das Argument, es gäbe eben zu wenige Frauen in diesem Bereich nicht: denn zu e-Voting haben sich viele Frauen bereits als Expertinnen zu Wort gemeldet.

Bei Papierwahlen kann der/die WählerIn in der gesamten Zeit bis zur Anonymisierung der Stimme durch den Einwurf in die Wahlurne dafür Sorge tragen dass das Wahlverhalten geheim bleibt. Bei E-Voting fällt diese Möglichkeit vollkommen weg. Die technischen Sicherheitsbedenken können selbst nach Monate langen Propagandaversuchen des Ministeriums nicht ausgeräumt werden - so ist TU-Professor Peter Purgathofer, der auch gestern am Podium war, einer der großen Skeptiker von e-Voting. Die Verfassungsrechtlichen Bedenken von VfGh-Präsident Holzinger und seinem Vorgänger Korinek wurden von Bernd-Christian Funk nochmals bestätigt. 

Wissenschaftsminister Hahn lässt all diese Bedenken, alle Warnungen, dass e-Voting eine Gefahr für faire und geheime Wahlen ist und alle bestätigten Fälle aus dem Ausland, wo e-Voting erfolglos ausprobiert oder manipuliert wurde außer Acht - er will, dass die StudentInnen für sein Lieblingsprojekt Versuchskaninchen spielen. Denn nicht Minister Hahn wird bei den Wahlen zur Studierendenvertretung ausprobieren können, wie das funktioniert - sondern die Studierenden. Und zum Ausprobieren ist die Wahl zur gesetzlich vorgesehenen Intereessenvertretung wirklich nicht geeignet. Haus-und-Hof-Lobbyist Robert Krimmer, der für die e-Voting-Propaganda am Podium saß, sieht das anders - er findet die ÖH-Wahlen, seien der richtige Platz dafür. Vielleicht sieht er die ÖH-Wahlen, ähnlich wie Bundeswahlkommissionsvorsitzender Bernhard Varga, auch nur als KlassensprecherInnenwahlen (vielleicht erinnert ihr euch noch, wie diese ablaufen: jedeR schreibt einen Namen auf den Zettel der/die LehrerIn zählt aus - keine Wahlkommission, keine Aufsicht, keine Geheimhaltung). 

Gegner und Befürworter - die Positionen der Diskutanten waren recht klar. Und was sagt der Spitzenkandidat der ÖVP-Aktionsgemeinschaft dazu? Er sei nicht dafür und nicht dagegen - und hoffe auf den Einsatz der Wahlkommission, sofern es Probleme gebe. Dass deren Vorsitzender die ÖH-Wahlen aber nicht so wichtig findet, lässt er dabei außer Acht. Na bravo.

Ein weiteres Ärgernis sind die hohen Kosten: Das Wissenschaftsministerium buttert Massen an Geld in die Softwareentwicklung,  die geschenkten Lesegeräte der geringsten Sicherheitsstufe und eine riesige Werbekampagne. Deswegen habe ich heute von Minister Hahn die Offenlegung aller Kosten gefordert. Denn an den Unis gäbe es ganz andere Baustellen, für die endlich Geld in die Hand genommen werden muss.

 

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tschuschn:power

Eva am 30. März 2009 um 16:53

gespannt haben wir heut die erste folge dieser serie auf orf 1 verfolgt. fazit: öffentlich rechtliches fernsehen taugt was. nämlich genau das. im satz  “was ist denn das für ein patriarchaler scheißdreck” kam das wort patriarchal das erste uns bekannte mal vor 22:00 vor, endlich spielen mal nicht skurril verkleidete gutbürgerliche jugendliche die klischee-migrantInnen, sondern junge migrantInnen junge migrantInnen. und die dialoge waren oft wirklich witzig!

ein lichtblick im vorabendprogramm - weder christentum-indoktrination à la eine himmlische familie, noch reiche kinder und ihre probleme (o.c.) und schon gar nicht dieser versuch einer eigenproduktion, die peinlicher nicht hätte sein können (kann sich noch wer an mitten im achten erinnern?)

wir werden morgen jedenfalls wieder schaun: 17:20, orf 1.

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Und wo sammelst du Berufserfahrung?

Sophie am 30. März 2009 um 14:31

Heute vormittag fand der Auftakt der aktuellen VSStÖ-Initiative zu Mindeststandards für Praktika statt.

Um Berufserfahrungen zu sammeln gehören Praktika zum Studierendenleben mittlerweile dazu: Ob fix im Studienplan vorgesehen, “freiwillig” (weil es eben dazugehört) oder am Ende des Studiums zum Berufseinstieg - der Großteil der StudentInnen sind, waren oder werden PraktikanntInnen. Leider sind Praktika zumeist aber wenig durch das Sammeln von Berufserfahrungen geprägt, sondern durch schlechte Arbeitsbedingungen und Ausbeutung von StudentInnen. Bezahlt wird – wenn überhaupt – extrem unter dem üblichen kollektivvertraglich geregelten Gehalt. Außerdem  zeichnet sich dieser Übergangsarbeitsmarkt durch niedrige Sozialstandards, unbezahlte Überstunden und Unsicherheit zwischen Hoffnung auf Anstellung und Enttäuschung aus. Statt eineN PraktikantIn fix anzustellen wird die nächste billig Praktikumskraft nach besetzt.

PraktikantInnen müssen sich auf Mindeststandards verlassen können - deshalb haben wir  heute vor der Uni Wien  mit einer eine Aktion auf die Missstände aufmerksam gemacht. Nach dem Motto “Ich bin kein Kopierer” fordern wir faire Arbeitsbedingungen, ausreichend Bezahlung nach dem geltenden Kollektivvertrag und soziale Rechte für PraktikantInnen.

Unter www.meinpraktikum.at - Intiative des VSStÖ für Mindeststandards für PraktikantInnen können StudentInnen ihre Praktikumserfahrungen teilen. Wir wollen in der Studierendenvertretung nämlich da ansetzen Unternehmen sollen sich an Leitlinien bei der Beschäftigung von PraktikantInnen orientieren und StudentInnen sollen erfahren, welche Unternehmen sie nicht ausbeuten - durch ein ÖH-Gütesiegel, das an einem Runden Tisch mit ExpertInnen ausgearbeitet wird.

Ich bin kein Aktenordner!Ich bin keine Kaffeemaschine!

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Dalmatiner

Sophie am 26. März 2009 um 11:51

101 gepunktete Hunde waren es, die viele von uns in unserer Kindheit beschäftigten. 101 finanzielle Hürden sind es, die mich jetzt beschäftigen.

Im Rahmen der Kampagne „Finanzkrise? Für mich nichts neues“ sammle ich genau diese Hürden an den verschiedensten Universitäten in Österreich. Und so vielfältig wie die gepunkteten Hunde sind auch die ökonomischen Barrieren, die Studierenden während ihres Studiums begegnen.

Das Spektrum ist groß, reicht von zu hohen Benzin- und Zugfahrtkosten, wenn beispielsweise gependelt wird, über Telefonrechnungen, bis hin zum Klassiker Studiengebühren.

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Mögliche GewinnerInnen kristallisierten sich jedoch trotzdem schon nach kurzer Zeit heraus: Zu hohe Mietpreise, teure Lernunterlagen und Beihilfenverluste stehen, im Gegensatz zur Wirtschaft, ganz hoch im Kurs.


Gut, die dunkelsten Punkte des Studiums tun sich hervor, aber diese zu finden ist nur der erste Schritt. Jetzt geht’s daran diese zu verbessern und zwar durch eine flächendeckende Wohnbeihilfe für WGs, MarklerInnenpreise, die auf ein Minimum reduziert werden und die Abschaffung von Kautionen.


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