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Wir Glücklichen

Thomas am 22. April 2007 um 16:15

Eigentlich geht es uns in einer Hinsicht wirklich saugut. Wir dürfen wählen gehen. Und dass in genau einem Monat wieder zu den ÖH-Wahlen. Wir dürfen wählen gehen, ohne Angst haben zu müssen, dass es zu Ausschreitungen kommt, dass sich AnhängerInnen verschiedener KandidatInnen gegenseitig ermorden, dass die Wahl manipuliert wird. Eigentlich könnte man sagen: Wählen ist ein Spaziergang.

Trotzdem lag die Wahlbeteiligung bei den letzten ÖH-Wahlen nirgendwo auch nur annähernd bei 50%. Gibt es kein Interesse wählen zu gehen? Sicher werden jetzt viele sagen: Wieso soll ich wählen gehen, wenn sich eh nix ändert. Doch wer nicht wählt für den wird gewählt.

Wenn ich bedenke, dass im Irak bei den Parlamentswahlen die Beteiligung trotz täglicher Bombenanschläge und Terrors bei rund zwei Drittel lag, und in Russland die Leute für ihre demokratischen Rechte bereit sind auf die Straße zu gehen obwohl sie dort von der Polizei zusammengeschlagen werden, frage ich mich ob Demokratie bei uns schon zu selbstverständlich geworden ist.

In einem Monat, von 22. bis 24 Mai sind ÖH-Wahlen. Mal sehen, ob ich dort eines besseren belehrt werde.

6 Kommentare zu “Wir Glücklichen”

  1. Steffi

    Außerdem ist die ÖH die einzige Interessensvertretung für Studierende! Wer setzt sich sonst für unsere Anliegen ein? Der Bildungsminister eher nicht…Und es ist kein Zeitaufwand nach der VO noch 5 Minuten zur Wahlkabine zu spazieren und ein Kreuzerl zu machen! Also wählen, wählen, wählen!

  2. Steffi

    Meinte natürlich Wissenschaftsminister, Sorry: Macht der Gewohnheit…

  3. Clemens

    Eine hohe Wahlbeteiligung ist äusserst wünschenswert, weil sie der Studierendenvertretung Legitimität gibt.

    Gleichzeitig darf man auch nicht auf die Argumente reinfallen, dass die Wahlbeteiligung, die bei rund 30% liegt, ein Zeichen für fehlende Legitimität der ÖH wären. Diese Argumente hat nämlich unter anderem Ex-Ministerin Gehrer oder ÖVP-Bildungssprecherin Brinek bedient, um die Argumente der ÖH zu untergraben. Das ist unredlich, denn es gibt für die Wahlbeteiligung bei den ÖH-Wahlen mehrere Gründe:

    Erstens kann man sie nicht mit nationalen Wahlen vergleichen. Die Aufmerksamkeit von Menschen ist bei Interessensvertretungen, die nicht täglich in den Medien vorkommen, natürlich niedriger, wie auch sonstige Wahlbeteiligungen zeigen (EU-Wahl 2004: rund 50%, Wahlen zur Wirtschaftskammer oder ArbeiterInnenkammer: tw. unter 50%)

    Zweitens sind viele Studierende während den Wahltagen nicht an der Uni: Doktoratsstudierende sind relativ selten an der Uni. Wer zB. Diplomarbeit schreibt ist oft nicht an der Uni, und natürlich gilt das für beurlaubte Studierende. Daher ist die Situation einfach eine andere als bei der AK-Wahl, die direkt im Betrieb stattfindet, wo die Menschen täglich anwesend sind.

    Drittens sind die Mehrheit der Studierenden berufstätig, viele davon Vollzeit (etwa die meisten Doktoratsstudierenden). 10% der Studierenden haben Kinderbetreuungspflichten.

    Und schließlich zeigt der Vergleich, dass die Wahlbeteiligung bei Wahlen zu Studierendenvertretungen in anderen europäischen Ländern in fast allen Ländern deutlich niedriger ist als zu den ÖH-Wahlen.

  4. Clemens

    Und ganz schließlich gibt es bei der ÖH-Wahl keine Briefwahl, obwohl die ÖH dies seit vielen Jahren von der Politik einfordert.

  5. rotebrille.at » Blog Archive » Ein Versuch ohne Zeigefinger

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  6. Thomas

    Das sollte jetzt nicht so die schulmeisterische Belehrung sein, wie es geklungen hat. Manchmal muss mensch sich auch den Frust von der Seele schreiben.
    Mir ist klar, dass das mediale Interesse an der ÖH-Wahl nicht mit meinen Beispielen so einfach zu vergleichen ist, aber manchmal bekomme ich dass Gefühl, dass in unserer Kosumgesellschaft Demokratie zur Ware verkommen ist, die mensch konsumiert wenn jemandem mal danach ist.

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