Über kathrin

Wir lassen uns nicht mundtot machen!

kathrin am 23. Oktober 2009 um 19:04

Die Proteste der Student_innen, die gestern an der Akademie der Bildenden Künste und der Universität Wien ihren beeindruckenden Anfang genommen haben, sind nun auch auf andere Standorte österreichischer Hochschulen übergegangen. An der Universität Graz und Klagenfurt formieren sich ebenso zahlreiche Student_innen, um zu zeigen, dass wir die restriktiven Maßnahmen eines Johannes Hahn nicht unkommentiert und widerstandslos über uns ergehen lassen. Denn den Bestrebungen der Bildungsökonomisierung an unseren Hochschulen muss Einhalt geboten werden. Denn Student_innen sind nicht bloß Humanressourcen, die mit standardisiertem, verkürzten, modulartigen Wissen angereichtert und in einen Arbeitsmarkt integriert werden, der nur auf unsere Verwertung abzielt, bei dem es nicht darum geht, Sachverhalte zu hinterfragen, komplexe Probleme zu erkennen und zu verstehen, sondern wo nur noch erwartet wird, zu Standardphänomenen eine standardisierte Antwort parat zu haben - multiple Choice-Tests, wie sie derzeit auf vielen Instituten gang und gäbe sind, sollen genau darauf vorbereiten.
Doch wir sagen NEIN! Nein zum Diktat von Ministerium, Rektorat und Unirat, das beinhaltet, was wir wann wie zu wissen haben. NEIN zu Entmündigung und Entdemokratisierung an unseren Hochschulen. Wir wollen selbst bestimmen, wie wir uns fortbilden und welchen Stellenwert wir welchen Inhalten beimessen. NEIN zu Zugangsbeschränkungen, Studiengebühren und restriktiven Studieneingangsphasen, NEIN zu Erweiterungscurricula, die nur die am wenigsten nachgefragten Lehrveranstaltungen beinhalten und somit zum Abverkauf geboten werden. Und vor allem:

NEIN zu einem ÖVP-Wissenschaftsminister, der es als “fatal” bezeichnet, wenn Student_innen nach einem Bachelor-Abschluss auch einen Master absolvieren wollen. Wir fordern den Rücktritt von Johannes Hahn, der für uns Student_innen nur diffarmierende Worte übrig hat (in einem Interview bezeichnet er die Protestant_innen als “Spontis”), der auf uns herabsieht und uns keinerlei Selbstbestimmungsrecht beimisst.

In diesem Sinne:

Kämpft mit uns für den freien Hochschulzugang, ohne Gebühren und Beschränkungen, sagt JA zu mehr Mitbestimmung von Student_innen, JA zu Solidarität und JA zu einer kritischen, emanzipatorischen, individuellen Bildung an unseren Unis und Fachhochschulen!

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