Über Jakob

Wir sind nicht Oscar

Jakob am 23. Februar 2009 um 10:01

Gestern war Oscar-Nacht. Und die Revanche ist ausgeblieben. Hätte der Film von Götz Spielmann, der in der Kategorie “Bester nicht-englischsprachiger Film” nominiert war, gewonnen, wäre er der zweite österreichische Film in Folge gewesen.

Während ich das schreibe, frage ich mich selbst: Wieso interessiert mich eigentlich der Oscar? Antwort, nach kurzem Nachdenken: Tut er nicht. Die Zeremonie geht mir sonst wo vorbei, und alle anderen Kategorien sind maximal ein nettes Gesprächsthema, wenn mensch sonst nichts zu reden weiß.

Was mich aber interessiert, sind junge FilmemacherInnen. Und um die gehts eigentlich. Letztes Jahr, als “Die Fälscher” überraschend gewann, überschlugen sich PolitikerInnen mit Freudenbekundungen und Versprechungen, die heimische Filmszene ab jetzt ganz sicher sehr ausgiebig zu fördern. Das mag teilweise auch passiert sein. Wie immer bei Kunstförderungen gibt es allerdings eine Gruppe, die wenig davon spürt: Junge KünstlerInnen - obwohl gerade hier oft geringe Fördersummen ausreichen, um vielen Menschen eine Möglichkeit zu geben, sich auszuprobieren und Erfahrungen mit dem Medium Film zu sammeln (wie das zum Beispiel beim Grazer Festival Parabel für Filme, die bei der Diagonale abgelehnt wurden, der Fall ist - oder beim ohnekohle Festival, für no-budget-Produktionen).

Hätte nun “Revanche” den Oscar gewonnen, wäre es um einiges schwerer geworden, an den Förderungen für junge FilmemacherInnen nichts zu ändern und kreatives Potential weiterhin ungenutzt zu lassen. Denn, wie egal mir der Oscar auch ist: Er wird wahrgenommen und erzeugt Druck.  Deswegen: Toll, dass Revanche nominiert war - das alleine ist schon bemerkenswert (wie auch der Film an sich bemerkenswert ist, wer ihn noch nicht gesehen hat: Nachholen!).

Einige Beispiele, was so alles aus Österreich kommen kann, haben wir vor zwei Jahren im Rahmen unserer Filmreihe Lichtblicke gezeigt (Einige erinnern sich vielleicht noch). Die wird es im übrigen im kommenden Semester wieder geben (mit einem neuen Thema - welches, wird noch nicht verraten). Ich jedenfalls freu mich schon auf viele weitere, spannende, trashige, professionelle, verrückte Filme!

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